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Samstag 06.05 | Talkshow, 15:30 Uhr
Nach Gastgruppen aus Finnland, Frankreich, Belgien ("Amok", "Frigo", "Le Dernier Cri"/"Hôpital Brut"), Berlin oder Israel ("Actus Tragicus") ist bei Fumetto 2000 die Gruppe "Cockroach" aus Hongkong an der Reihe, um hier zu Lande entdeckenswertes "anderes" Comic-Schaffen aus Asien zu präsentieren. Zehn Künstlerinnen und Künstler werden in Luzern erwartet und stellen sich und ihre Arbeiten erstmals überhaupt ausserhalb von Asien vor.
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"Cockroach" ist auch der Titel eines auffällig gestalteten, grossformatigen (42 x 28,5 cm) Vierteljahres-Magazins, in dem der studierte Philosoph, Zeichner, Kolumnist und BBC-Radio-DJ Craig Au Yeung als eigentlicher "Mastermind" Kreativköpfe aus Hongkong und anderswo versammelt, die oft die Grenzen ihres eigentlichen Mediums überschreiten. Die "Cockroach"-Ausgaben (Start im November 1998) sind zwecks internationaler Verständlichkeit sowohl chinesisch wie englisch getextet. |
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"Das Problem ist, dass du kommerziell sein musst, um in Hongkong Erfolg zu haben. Das heisst, Sex- und Gewalt-Comics sind sehr populär. Es braucht grosse Anstrengungen, um den populären Geschmack zu verändern. Ich muss vermutlich noch etwas Geduld haben."
"Ich will, dass die Leute wenigstens
ein wenig darüber nachdenken, wie arme Menschen in Hongkong leben."
"In meinen Comics versuche ich zu
zeigen, dass Frauen frei sein sollten,
das zu sein, was immer sie sind."
"Ich schreibe in meinen Comics daily news. Ich will Sozialkritiker sein, etwas aussagen. Aber das Problem bei Comics ist, diese Balance zwischen "schwer" und "leicht" herzustellen. Comics ins Asien sind lange reine Unterhaltung gewesen.
Doch in den letzten Jahren wurde vermehrt die Fähigkeit der Comics entdeckt, dass sie Geschichten erzählen können.
Doch im Chinesischen bedeutet 'alternativ' immer noch etwas Negatives, etwas Extremes."
(Zitate aus "HK Magazine" 295, 29. 10. 1999, und "The Review" 28. 11. 1998)$ |
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"Die Comic-Kultur in Hongkong begann erst vor rund 20 Jahren; viele Leute strengten sich an, machten Mainstream (Kung-Fu, Komödien); das finden wir soweit okay, aber wir sagten uns, für Newcomer oder für Leute wie wir in den 20ern und 30ern gäbe es etwas andere Comics zu machen. Vor ungefähr zehn Jahren begannen wir zu entdecken, dass Comics auch andere Inhalte haben können. ... Alternative Comics zu machen, ist immer noch etwas, das in der Freizeit geschieht. Tagsüber haben die Leute ihren Job. ... 'Cockroach' versammelt sowohl etablierte Comic-Schaffende wie ganz junge Comic-Künstler. Das Magazin ist wirklich eine Brücke zwischen unterschiedlichen Comic-Schaffenden. ... Comic-Künstler in Hongkong sind zu individualistisch: Sie sitzen zu Hause und machen ihre eigenen Sachen. Es gibt keine Tradition, etwas in einer Gruppe zu tun. Da gibt es für mich einiges zu tun: Ich muss der Organisator sein und muss versuchen, unterschiedliche Leute zusammenzubringen. ... Klar, es gibt in Hongkong massenhaft Schaben (cockroaches); 'Cockroach' hat für uns aber die Bedeutung: Es ist so leicht, zertreten und getötet zu werden. Doch für Schaben dauerts nun schon fünf Milliarden Jahre, sie sind die älteste Spezies auf Erden. Ich denke, wenn die Menschen ausgestorben sind, lebt die Schabe immer noch. So wie wir: Wir Comic-Schaffenden können so leicht zertreten werden, aber wir hoffen überleben zu können. ... Was die politische Situation angeht, so glaube ich nicht, dass es so viele Veränderungen gibt, verglichen mit der Situation vor 2, 3 Jahren. Doch die Dinge verändern sich schrittweise, und wir haben keine Ahnung, wohin dieses Veränderungen führen. Doch seit 1998 ist die ökonomische Situation in asiatischen Ländern ziemlich schlecht. So vermischt sie sich manchmal mit der Veränderung der politischen Situation. Wir sagen immer noch: abwarten und schauen, was kommt, die Sachen sich mal beruhigen lassen. Doch während dieser eigentlich schlimmen Zeit ist es für uns eigentlich auch eine gute Zeit, weil sich all diese individuellen Sachen erst in dieser ökonomischen Depression zu entwickeln begannen. Und die Leute beginnen sich zu überlegen: Gut, was können wir bei all diesen begrenzten Mitteln tun? Also tun wir etwas Interessanteres als einfach nur Business. Also denken sich die Leute etwas Interessantes aus bei beschränkten Mitteln. Die Zeit scheint für uns nicht so schlecht zu sein. ... Einflüsse auf das Comic-Schaffen in Hongkong kommen nicht zuletzt übers Reisen. Das sehe ich bei mir selber: Nur Reisen bringt mir neue Informationen. Wenn ich in die USA reise, kaufe ich mir alle die Underground-Comics, dasselbe geschieht am Comic-Festival von Angoulême, in Paris oder London. Ich habe mir einfach all die ganz verschiedenen Comics gekauft. Nur Reisen, nur dieser Informationsaustausch kann unseren eigenen Stil inspirieren. Und eigentlich haben wir in Hongkong bereits ziemlich viel von Comic-Künstlern auf der ganzen Welt gelernt." (aus einem Gespräch von Christian Gasser mit Craig Au Yeung, Angoulême, Januar 1999) Persönlich in Luzern erwartet werden: Cheung Kin Wai, Ma Chin Shan, Au Yeung Ying Chai, Joel Chung Yin Chai, Chihoi Lee, Lau Lee Lee, Yeung Hok Tak, HoTat Hung, Lai Tat Wing, Li Chi Tak
Homepage: www.homework.com.hk
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