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nicolas mahler / www.mahlermuseum.at
Nicolas Mahlers Markenzeichen ist die Reduktion. Dieses Prinzip prägt sowohl Zeichnungen als auch die verbalen Facetten seiner Comics, Cartoons und Comic-Strips. In "Flaschko - Der Mann in der Heizdecke" (Edition Moderne) beschränkt Mahler konsequenterweise auch das Szenario auf ein Minimum an Variation. Und auch sein trockener, bisweilen düsterer Witz lebt oft von der Verkürzung auf das groteske und existentielle Minimum einer gegebenen Situation - zum Beispiel wenn ein Priester mit seinen vermeintlich tröstenden Worten "Der Tod ist nicht das Ende, mein Sohn!" beim Sterbenden dummerweise den Gedanken "Scheisse." auslöst.



Ganz im Gegensatz zum inhaltlich und formal omnipräsenten Minimalismus in Mahlers Werk steht die Produktivität des Künstlers selbst. Der 1969 in Wien geborene Zeichner hat sich zum Ziel gesetzt, monatlich ein neues Buch zu veröffentlichen. Er arbeitet als Zeichner für diverse Wiener Zeitungen (Die Presse, Der Standard) und gestaltete auch Schulbücher. Im Eigenverlag edition brunft (eb) publizierte er diverse Comics. Für den lokalen Vertrieb in der Nähe des Stephansdoms sorgt ein umgebauter Kaffeeautomat, der "brunftomat". Mahlers Strips sind jedoch weiter herum gekommen. Mittlerweile erscheinen sie auch in der Schweiz, in Deutschland, in Frankreich, in Kanada und in den USA. Die FAZ beispielsweise druckte von Oktober 2001 bis Januar 2002 50 Folgen von "Kratochvils Welt" ab. Das Basler Figurentheater Vagabu adaptierte die Serie unter der Leitung des erfahrenen Pariser Regisseurs Marc Feld für die Bühne und führt es am 10. April in Luzern auf. Zu einzelnen Episoden aus "Flaschko - Der Mann in der Heizdecke" entstanden kurze Trickfilmadaptionen.

Die Serie "Désir" wurde im Jahr 2002 von der ICOM (Interessengemeinschaft Comic) zum besten Comic-Beitrag (funny) gewählt. Auf der amerikanischen Internetseite PopCultureShock schaffte es dieselbe Serie im Jahr 2001 unter die zehn besten Independent-Comics.

Sein Verhältnis zur Kritik umschreibt Nicolas Mahler in einem Interview im COMIC!-Jahrbuch 2002 so: "Die meisten Comic-Kritiker bezeichnen alles als Kunst, was nicht dicke Brüste oder Muskeln hat."

bibliographie

    brunfts bunte bändchen 1-6, 1996/97
    Leicht beschädigte Tiere,1999
    Lone Racer, 1999
    Lame Ryder, 2001
    TNT, 1999
    Kratochvil, 2002
    Désir, 2001
    Flaschko - Der Mann in der Heizdecke: Dämon Damenlikör, 2002
    Du falott, baby, 1999
    boring bob ACTION MAN, 2000
    Emanuelle's last flight, 2001
    Dick Boss Anthology
    In cold blood, 2001
    Das Raupenbuch, 2002
    Madame nenette et ses drôles de cheveux, 2000
    Les Souffrances du jeune Frankenstein, 2003


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