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dupuy & berberian / www.dupuy-berberian.com
Philippe Dupuy und Charles Berberian teilen sich ihre Arbeit nicht nach dem klassischen Schema Zeichner - Autor auf. Seit 1983 publizieren sie gemeinsam Comic-Alben, denen ein symbiotischer Arbeitsprozess zu Grunde liegt: Wie in einem Tischtennisspiel schicken sie sich Skizzen hin und her, bis beide mit dem Resultat zufrieden sind. Diesem ist nicht mehr anzusehen, wer welchen Strich gezeichnet, welchen Text verfasst hat - eine Differenzierung die im Übrigen auch die Zeichner/Autoren oft nicht mehr zu unternehmen fähig sind, wie sie selbst behaupten.



Phillipe Dupuy debütierte 1980 mit "Le Père Gaspard" im Magazin Aïe und veröffentlichte Arbeiten in diversen Magazinen bevor er 1983 Charles Berberian kennen lernte. Dieser hatte nach seiner im Irak verlebten Jugend eine Kunstschule in Paris in Angriff genommen, wo er auf François Avril traf und bald Comics in Fanzines zu veröffentlichen begann. Dupuy und Berberian formten vom Moment ihres Zusammentreffens ein Duo und arbeiten noch heute zusammen. Ihre erste gemeinsam publizierte Geschichte hiess "Tintin et l'Alph'art" - eine Hommage an Hergé. Dies ist insofern bezeichnend, als das Duo heute zu den wichtigsten Vertretern des modernen Ligne-Claire-Stils gezählt werden darf.

Nach ihrem Einstieg im Magazin Fluide Glacial mit "Red, Basile et Gégé" zeichneten Dupuy und Berberian erstmals Tagebuch-Geschichten eines Mädchens namens Henriette. 1990 ersannen sie die Figur, die den Ruhm des Künstler-Duos begründete und zementierte: Monsieur Jean. Yéti druckte die bittersüssen Comics über den lakonischen thirty-something Single in Paris als erstes ab. Schon im ersten Band "Monsieur Jean, l'Amour, la Concierge" flossen jetzt vermehrt autobiographische Anteile in die Werke von Dupuy und Berberian ein. Sie prägten so eine grössere Bewegung mit, die den französischen Comic-Underground in den 90er-Jahren erfasst hatte. Nach Dupuys Auffassung stehen er und sein Partner mit ihrer Arbeit irgendwo zwischen Underground und klassischem Comic. Auf der einen Seite Baru, Jean-Claude Denis und Vullemin - auf der anderen Menu, Trondheim, David B. und Blutch. In Angoulême wurde der vierte Band der Monsieur-Jean-Serie "Vivons heureux sans avoir l'air" 1999 zum besten Album des Jahres gekürt. Während sich in den Geschichten um Monsieur Jean noch fiktive mit autobiographischen Elementen vermischten, verzichteten Dupuy und Berberian im 1994 bei L'Association erschienen "Journal d'un Album" gänzlich auf die Fingiertes und schufen ein Meisterwerk. Neben ihrer Comic-Arbeit sind Dupuy und Berberian auch als Illustratoren sehr gefragt.



Obwohl Dupuy und Berberian stilistisch als Vertreter des Ligne-Clair-Stils gelten dürfen, zeichnet sich ihr Schaffen durch eine grosse grafische Bandbreite aus. "Monsieur Jean muss ja älter werden, und mit ihm wird sich unser Stil entwickeln", erklärt Dupuy in einem Interview mit dem Comic-Magazin Strapazin. "In jedem Fall wollen wir mit unseren Bildern Geschichten erzählen, und der Stil muss im Dienst der Geschichte stehen." Tendenziell planen Dupuy und Berberian eine Entwicklung weg von der grossen Eleganz, die sie perfekt beherrschen, zurück zu minimalistischeren, nervöseren Zeichnungen.

Die Abenteuer des Monsieur Jean wurden bereits in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auf Deutsch ist zum Festival der Band "Monsieur Jean - Freunde in der Not" bei Reprodukt erschienen. Da Dupuy und Berberian heute als die wichtigsten neuen Talente Frankreichs betrachtet werden, kann sich Fumetto besonders glücklich schätzen, die beiden in diesem Jahr mit einer grossen Ausstellung in Luzern präsentieren zu dürfen.

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