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Internationales Comic-Schaffen
David B. - Stargast
Marjane Satrapi – Kindheitserinnerungen einer Iranerin
Gastgruppe Südafrika
Katz & Goldt
Junge Zeichner aus Spanien
Calle Claus, TeER, Jule K.
Willem – politischer Cartoon
Comics im Kunstmuseum Luzern
True Stories
Calle CLaus
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TeER
Jules K
Immer wieder wird Hamburg zur Comic-Hauptstadt des deutschen Sprachraums ausgerufen, und ebenso regelmässig wird der Hansestadt dieser Rang von anderen Städten und Szenen streitig gemacht - mal steht Berlin im Rampenlicht, zwischendurch wirken auch München oder Zürich interessanter.
Eine Tatsache ist, dass viele bedeutende Comic-Zeichnerinnen und -Zeichner in Hamburg gelebt haben und leben - von Matthias Schultheiss über Chris Scheuer bis zu Martin tom Dieck, Markus Huber und Anke Feuchtenberger. Wahr ist auch, dass die 1991 gegründete Initiative Comic-Kunst, kurz INC, ein paar Jahre lang mit cleveren und verblüffend breitenwirksamen Aktionen auf sich (und die Comics) aufmerksam machte: 1992 zeigten 90 ZeichnerInnen im ehemaligen Caesar's Palace auf der Reeperbahn Comics unter dem (zweideutigen) Motto "Am Anfang war der Strich"; 1995 konkurrenzierte die INC das offizielle Hamburger Comic-Festival mit der Ausstellung "Ehrlich billig": In einem ehemaligen Supermarkt konnten die Besucher Fotokopien der ausgestellten Comics im Einkaufskörbchen sammeln, an der Kasse nach Kilopreis bezahlen und am Verpackungstisch zum individuellen Comic-Album binden.
Auch wenn es gegen Ende der Neunzigerjahre etwas ruhiger um die INC wurde, brach ihre Geschichte nie ganz ab. Das Netzwerk blieb bestehen, und es stiessen immer wieder neue Zeichnerinnen und Zeichner dazu - unterdessen gehören um die 150 Leute dieser Vereinigung an. So war es nicht überraschend, als die INC vor ein paar Jahren ein neues Festival ins Leben rief, "Heftich!", das nun alle Jahre stattfinden soll. Das Festival ist, der Name lässt es durchklingen, ganz dem Independent-Gedanken verschrieben und macht das bescheidene Budget in gewohnter Manier mit originellen Ideen mehr als nur wett.
Stellvertretend für diese junge Hamburger Szene präsentiert Fumetto Calle Claus, TeER und Jule K. Die drei gehören zweifellos zu den treibenden Kräften dieser Szene und haben, da sie bereits seit einigen Jahren aktiv sind und ihre Hefte mangels Alternative im Eigenverlag herausgeben, eine Vorbildfunktion für viele jüngere Zeichner. Calle Claus, TeER und Jule K. haben zeichnerisch und inhaltlich einen frischen Wind in die deutsche Comic-Szene gebracht: Während ihre Vorgängergeneration um Anke Feuchtenberger, Martin tom Dieck oder Atak graphisch eindrückliche und inhaltlich anspruchsvolle Bildergeschichten schafft, setzen sie auf vergleichsweise einfache, klare, von ihrem Alltag inspirierte und mit viel Humor umgesetzte Geschichten.
Die jungen spanischen Zeichner können sich glücklich schätzen. Denn sie haben Max. Max ist zwar erst 48jährig, aber seine Erfahrung, seine Klasse und sein (internationaler) Erfolg machen ihn zum grossen alten Mann der spanischen Comic-Szene. Max ist zwar einer der erfolgreichsten Illustratoren Spaniens, aber er hat dem Comic die Treue gehalten und gab während der kommerziell düstersten Periode mit viel Trotz und in noch mehr unbezahlter Fronarbeit die wunderbare vierteljährlich erscheinende Anthologie "Nosotros Somos Los Muertos" heraus. So sorgte er für Kontinuität und Austausch: Zum einen blieb Spaniens Nachwuchs über die internationalen Entwicklungen in der Independent-Szene informiert, zum anderen gab er jungen Spaniern eine auch im Ausland beachtete Plattform für erste Veröffentlichungen. Max setzt sich unermüdlich für junge Talente ein (es ist kein Zufall, dass er diese Ausstellung angeregt und die Auswahl der Zeichner entscheidend mitgeprägt hat) - andererseits aber zehrt er wiederum von der Energie der jungen Zeichner und lässt sich von ihrer Vitalität anstecken und mitreissen.
Die zum Festival erscheinende Ausgabe des Zürcher Comic-Magazins Strapazin (Nummer 74) widmet sich dem spanischen Comicschaffen und wird Arbeiten der am Fumetto präsentierten Zeichner abdrucken.
Biographien:
Calle Claus1971 in Braunschweig geboren, 1994-1999 Design Studium an der FH Hamburg mit Schwerpunkt Illustration. Illustrator, Texter, Lehrauftrag an der Universität Hannover, lebt und arbeitet in Hamburg. Sein Heft "Schwurbel" erscheint demnächst auch in den USA. Veröffentlichungen u.a.: "Spring!" (Reprodukt, 2002), "Das Bildnis einer jungen Dame" (Edition 52, 2001), "Schwurbel" (Jochen Enterprises, 1999).
www.calleclaus-comics.de
Jule K. 1974 geboren, studiert seit 2000 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Fachbereich Gestaltung. Sie lebt und arbeitet in Hamburg. Neben "süssen Punkrock-Comics" gestaltet sie auch T-Shirts, Plattencover, Plakate, Postkarten u.v.m. Ausstellungen u.a. in Rijeka, Salzburg, Hallein, Berlin, Hamburg und Bern. Veröffentlichungen u.a. "Strange Girls 1 + 2" (ego-Verlag, 2000-2002), "Lovesick" (ego-Verlag).
www.julekru.de
-TeER- 1971 in Bruchsal geboren, Studium an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim und an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, Fachbereich Gestaltung. 1996 Gründung des ego-Verlags mit Jule K., lebt und arbeitet in Hamburg. Ausstellungen u.a. in Hamburg, Berlin, London, Salzburg und Wien. Veröffentlichungen u.a.: "Spit City" (Jochen Enterprises, 2000), "Wahre Seiten 1-3" (ego-Verlag, 1996-2000), "Klinik 1" (ego-Verlag, 1997)
www.teerpark.de
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