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M.S. Bastian, Isabelle L. (Biel), MC Anliker (Thun) "Pulp" Fumetto-Bar
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M.S. Bastian, Isabelle L. (Biel), MC Anliker (Thun) "Pulp" Fumetto-Bar

kornmaert



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Frei nach Magritte könnte man beginnen mit: Ceci n'est pas une exposition. Dies ist keine Ausstellung. Dies ist eine Bar. Willkommen in Bastians "Pulp" Fumetto-Bar, "Underworld Bar Nr. 12".

Eigentlich wollte M.S. Bastian rund um seine Figur Pulp ein Kinderbuch machen und in dieser Absicht beschäftigt er sich nun seit Jahren intensiv mit dem süssen, bleichen Pulp, einer "Träne der Milchstrasse". M.S. Bastian wäre aber nicht M.S. Bastian, wäre nicht alles ganz anders herausgekommen: "Pulp", das in diesem Frühjahr in der edition clandestin erschien, ist natürlich kein echtes Kinderbuch. Schliesslich hält sich M.S. Bastian nie oder nur ganz selten an Vorgaben und Regeln. Auch seine Comics sind im Grunde genommen keine richtigen oder zumindest höchst eigenwillige und ungewöhnliche Comics, und auch seinen Gemälden, Drucken, Objekten und Installationen würden ernsthafte Konservatoren das Echtheitszertifikat "Kunst" nur sehr widerwillig geben. Und so wuchsen und wucherten Bastians ursprüngliche Kinderbuchgelüste zu einem echten Bastianbuch - "Pulp" ist ein wilder und fröhlicher Mix aus Zeichnungen, Bildern, Skizzen, Fotos, Collagen etc., ein Bilderbuch im weitesten Sinne und nicht nur für Kinder also, in welchem Bastian und Isabelle L. keine Geschichte um "Pulp" erzählen, sondern seine wunderbare Welt inszenieren. Und selbstredend liefern sie, inspiriert von ihrer leidenschaftlichen Liebe zu und ihrer gigantischen Sammlung von kitschigen Plastikfiguren aus allen Epochen und Ländern, zahlreiche Entwürfe für imaginäre und real existierende Merchandising-Artikel gleich mit.

Der 1963 in Biel geborene und nach Aufenthalten in New York, Paris, Zürich und einer Weltreise wieder in Biel lebende M.S. Bastian ist ein begnadeter Gratwanderer zwischen den Welten: Er erkundet die Widersprüche und Gemeinsamkeiten von Kunst und Comics, er arbeitet mit der gleichen Überzeugung und Lust für Comic-Magazine wie für Galerie- und Museumswände, hartnäckig und ohne Berührungsängste macht er die Risse zwischen Comics und Kunst sichtbar, um sie dann besser unterlaufen zu können, und immer wieder macht er klar, dass beides letztlich derselben Welt angehört.

Auch Bastians Ausstellungen sind in der Regel (da diese für ihn ja nicht gelten) keine klassischen Ausstellungen. Seine begehbare Geisterbahn "Bastianworld" (1998) gehört unbestritten zu den unvergesslichen Fumetto-Höhepunkten. Bastians "Le Pulp"-Fumetto-Bar wiederum ist, wie gesagt, keine Ausstellung, sondern die offizielle Fumettobar - dekoriert allerdings von M.S. Bastian selber und damit doch sowas wie eine Bastian-Ausstellung. A propos Bars: Im Einrichten und Dekorieren von Bars hat Bastian mittlerweile grosse Erfahrung: Die "Le Pulp"-Fumetto-Bar ist die bereits 12. seiner "Underworld"-Bars, die Festivals, Ausstellungen und Happenings in Berlin, Zürich, Bern, Sindelfingen (D), Thun etc. um einen stimmigen Treffpunkt für lange Nächte bereicherten.

Damit nicht genug Bastian am Fumetto 2004: Bastian-Motive zieren das Fumetto-Plakat, die Fumetto-Postkarten und Fumetto-Flyer; der Bastian-Wohnwagen, den er mit MC Anliker (of Café-Mokka/Thun-fame) umgebaut und bemalt hat, beherbergt den Fumetto-Infostand auf dem Bahnhofplatz; und es ist damit zu rechnen, dass dann und wann auch Pulp in lebensgrosser Pracht durch Luzerns malerische Altstadt wandelt. Und das alles, obschon am diesjährigen Fumetto eigentlich nur eine "Pulp"-Buchvernissage geplant war. Aber M.S. Bastian macht ja, wie gesagt, selten was richtig. Dafür macht er es immer richtig gut und konsequent.





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