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Schweizer Comic-Schaffen
Bruno Moser/Reto Gloor/Massimo Milano
Matthias Gnehm
Elvis Studio. Helge Reumann und Xavier Robel (Genf)
M.S. Bastian, Isabelle L. (Biel), MC Anliker (Thun) "Pulp" Fumetto-Bar
Felice Bruno / Heini Andermatt
Tino Roellin / Stefanie Dietiker
Al Aqua - CH-Forum
Sandra Luchsinger / Ivo Habermacher
Stefan Bucher-Twerenbold
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Xavier Robel und Helge Reumann gehören zu den interessantesten Vertretern der Genfer Comic-Szene, die vor einigen Jahren um Verlage wie Atrabile, B.ü.l.b. und Drozophile entstanden ist und dank ihrer erfreulichen Vitalität im ganzen frankophonen Raum für Aufsehen sorgt. Mehr noch als die meisten ihrer Genfer Comic-Kollegen haben Reumann und Robel konsequent mit den in der Romandie stets starken frankophonen BD-Traditionen gebrochen und orientieren sich an einer expressiven, gelegentlich art-brut-nahen Form- und Farbensprache. Ihre Comics, Illustrationen, Objekte, Spielzeuge, Plakate und Siebdrucke erzählen Geschichten, die vordergründig naiv und kindlich wirken, in Wahrheit aber grausam und hinterfotzig sind und mit einer Prise Zynismus, viel durchtriebenem Schalk, einem sicheren Gespür für Timing und einem geradezu tex-avery-esken Sinn für Hinter- und Unsinn den alltäglichen (und Tag für Tag im vornherein schon verlorenen) Überlebenskampf in Szene setzen.
1996 gründeten Helge Reumann und Xavier Robel die Ateliergemeinschaft Elvis Studio, die rasch zu einer begehrten Adresse für Comics, Grafik und Illustrationen wurde. Die Zusammenarbeit hat eine verblüffende Wirkung gezeitigt: Stilistisch haben sich Robel und Reumann mittlerweile dermassen angenähert, dass Aussenstehende ihre Arbeiten kaum mehr zu unterscheiden vermögen. Besonders deutlich ist dies in ihrem ersten gemeinsamen Buch, dem überaus spektakulären "Elvis Road", einem 20 Zentimenter hohen und über sechs Meter langen, zu einem Leporello gefalzten Wimmelbild, dessen Original in der Ausstellung zu sehen ist. "Elvis Road" ist, so Roli Fischbacher im "Strapazin 71", "die Fahrt durch eine rabenschwarze, monströse und gewaltgeladene Welt … ein Alptraum im urbanen Nirgendwo. (…) Eine so übervoll mit Fantasiefiguren, Monstern, Fabelwesen und Popikonen bevölkerte Welt gab's schon lange nicht mehr, doch fehlt es dem Werk nie an gestalterischer Ironie."
Der gestalterische Witz dringt in allen Produktionen des Elvis Studios durch: Insbesondere Helge Reumann liebt es, wunderbare Spielzeuge zu basteln, Carrerabahnen zu kleinen (Alp-)Traumwelten umzubauen und auf diese Weise möglichst vollständige Parallelkosmen zu entwerfen. Für den Soundtrack sorgen Robel und Reumann gleich selber: Elvis Studio ist auch ein Plattenlabel, auf dem die beiden passionierten Musikfans ihre obskuren Lieblingsbands auf limitierten und mit exklusiven Siebdruckumschlägen versehenen 7"-Vinyl-Singles veröffentlichen.
Biographien:
Helge Reumann
1966 in Uster, Kanton Zürich, geboren. Ausbildung zum Grafiker in Genf, wo er nach einem längeren Aufenthalt in Montréal lebt und arbeitet.??? 1997 Mitgründer des "Elvis Studio". Erhielt 1998 den Preis für Schweizer Gestaltung, 1999 ein Stipendium für einen Aufenthalt in Krakau, Polen und 2002 den Preis der Stadt Genf. Gibt Kurse an der HGKL. Illustrationen u.a. für Le Temps, Tribune de Genève, WochenZeitung, TagesAnzeiger-Das Magazin, Le Courrier International.
Bibliographie (Auswahl): "Camions" (1998, Drozophile), "Poursuite" (2000), "Bagarre" (2001), "Rayons X" (2002, alle Editions du Rouergue), "Elvis Road" (mit Xavier Robel, 2002, Pipifax); zahlreiche Comics in "Bile Noire" und "Strapazin".
Xavier Robel
1971 in Montréal, Kanada geboren, lebt und arbeitet heute in Genf. Ist als Zeichner und Illustrator Autodidakt. Gründete 1997 das "Elvis Studio" mit. Comic-Zeichner für Drozophile, Bile Noire, B.ü.l.b., Strapazin; Illustrator für Le Temps, Bananafish, Le Courrier, WochenZeitung.
Bibliographie: "Elvis Road" (mit Helge Reumann, 2002, Pipifax)
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